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| Edith Schilhan Weihnachten 1990 |
Während ihrer Flucht aus der Tschechoslowakei im 2. Weltkrieg zog sich meine Großmutter einen Herzfehler zu, der es ihr nach dem Krieg auf der Insel Fehmarn nicht erlaubte, durch Feldarbeit ihr Geld zu verdienen. Allerdings besaß sie das Talent, ausgefallene Tischdecken ohne Musterangaben nachzuhäkeln bzw. Pullover mit Norwegermuster nachzustricken. Dieses sprach sich relativ schnell herum, so dass sie sich mit Handarbeiten, die sie für die Dorfbewohner nach Absprache anfertigte, das Überleben für sich und ihre kleine Tochter sichern konnte.
Anfang der 80er Jahre wurde auf ihr Betreiben hin in ihrer Gemeinde in Kiel ein Kirchenbasar ins Leben
gerufen. Allen Skeptikern zum Trotz wurde dieser Basar ein großer Erfolg, so dass er zu einer
jährlichen Einrichtung wurde. Gut und gerne 80% der angebotenen Handarbeiten stammten von meiner Großmutter.
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| Hilke Cleven Mai 1997 in Norwegen |
Jahrelang habe ich für Freunde gestrickt oder gehandarbeitet, da hatte man ja auch immer ein passendes Geschenk. Auf die Idee für Geld zu stricken, bin ich selbst nie gekommen, weil ich dachte, ich würde mich dann unter Druck setzen, wenn ich stricken "müsste". Im April 2004 habe ich über ebay einen Pullover verkauft, der mir den Hauch zu kurz und den Hauch zu eng war. Die Dame, die den Pulli ersteigerte, war so begeistert davon, dass sie mich fragte, ob ich den gleichen Pullover für ihren Mann noch einmal stricken könnte. Das tat ich dann und merkte, dass es mir doch ziemlichen Spass machte zu sehen, wie etwas wächst, das für einen Menschen bestimmt ist, den ich nicht kenne.
Und so nahmen die Wunschhandarbeiten ihren Lauf ...!